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Ausbau oder Neubau  |  Gegenüberstellung  |  Antworten auf Argumente gegen den Ausbau 
Standpunkt der Bürgerinitiative  |  Allianz zum Schutz des Bodens

 
  Antworten auf Argumente gegen den Ausbau  
 

1.   Wir brauchen die neue Straße als Voraussetzung , um die Wirtschaft anzukurbeln!

Falsch 1!  

Die Wirtschaft folgt einem Komplex von strukturellen Gegebenheiten, Straße ist nur ein Kriterium von vielen. 

Beweis:

  • BMW ist nicht nach Kodersdorf gegangen, obwohl dort Straße genug ist.

  • Toyota hat sich nicht nach Straße gerichtet bei der Ansiedlung eines Zulieferers bei Straßgräbchen.

  • Weißenberg hat trotz A4  vor der Tür die hohe Arbeitslosigkeit behalten

  • In Neustadt funktioniert das Gewerbegebiet, obwohl die Stadt mindestens ebenso weit entfernt ist von der A4  wie Zittau ....

  • In der Schweiz, wo die Bahn (übrigens durch über Volksbefragung demokratisch erzwungen) gegenüber dem Straßenverkehr bevorzugt wird, funktioniert die Wirtschaft, obwohl auch dort durchaus nicht nur schwarze Koffer transportiert werden. Dort gibt es stark besuchte Touristikzentren, in denen der private Autoverkehr für Touristen völlig verboten ist. 

Falsch 2! 

Der gegenwärtig am besten funktionierende Wirtschaftszweig der  Oberlausitz, die Landwirtschaft, würde erheblich unter den Opfern zu leiden haben, welche  die neue Straße verlangt. Ohne Not würde, nur auf die vage Hoffnung einer wirtschaftlichen Wirkung einer Straße hin, dieser Wirtschaftszweig geschädigt. Deshalb protestieren alle anliegenden Landwirte gegen den Neubau.

Falsch 3!

Bevor wir versuchen, fremde Wirtschaftskräfte her zu locken, sollten wir alles daran setzen, unsere Jugend und unsere Arbeit hier zu behalten! Wenn man aber die Natur und die Heimat bis zur Unkenntlichkeit zerstört und durch Lärm und Abgase vergiftet, nimmt man der Jugend ein wichtiges Motiv, hier zu arbeiten und vielleicht selbst etwas zu unternehmen. Heimatverbundenheit ist ein  wirksames Motiv zur unternehmerischen Aktivität hier! 
 

 
     
 


2. 
  Der Tourismus verlangt nach mehr Straße !

Falsch 1! 

Eine nach unseren Vorstellungen intelligent ausgebaute   B178 kann ebensolche Verkehrsleistungen erbringen, wie eine neue. Demzufolge kann sie evtl. vorhandene Wünsche der Touristen, die schnelle Erreichbarkeit wollen, befriedigen und trotzdem die Landschaft schonen  im Interesse derer, welche die Landschaft lieben.

Übrigens ist ein Ausbau im Interesse der Sicherheit an der alten B 178 sowieso nötig, sonst werden die Kreuze an der Fahrbahn weiter zunehmen. Das gilt unabhängig davon, ob es eine neue Straße gibt oder nicht.

Falsch 2!  

Wir können hier nur den sanften Tourismus pflegen, Ballermann ist woanders. Sanfter Tourismus lebt von Natur, die Gäste lieben Ruhe, Abgeschiedenheit und Idylle. Die gute Erreichbarkeit steht erst an zweiter Stelle, wenn es einem irgendwo gefällt.
 

 
     
 


3.   Die ausgebaute B 178 wird zu langsam !

Falsch !

Auch  wenn wir evtl. gelegentlich etwas langsamer fahren müssten, wären wir, da die alte B 178 kürzer ist, nahezu gleichzeitig an Ort und Stelle. Außerdem ist die neue Straße wegen der wenigen Ausfahrten stark staugefährdet. (ein Ausfall und alles steht).

Eigentlich sollten wir nicht über Minuten feilschen, wenn es um unwiederbringliche Natur und Landschaft geht. Aber wenn schon: man kann nachrechnen und wird feststellen, dass man auf der ausgebauten alten Straße gegenüber dem Neubau  nicht wirklich Zeit verliert und dass sogar eine erhebliche Kraftstoffeinsparung  dabei entsteht.
 

 
     
 


4. 
  Der Ausbau dauert zu lange !

Falsch !

Der Ausbau kann abschnittsweise in Angriff genommen werden und es können prioritäre Teile bevorzugt werden. Somit können erhebliche Verbesserungen schon sehr bald wirksam werden. Hingegen wird ein Neubau frühestens 2011 fertig und final nutzbar.
 

 
     
 


5. Das Geld, die Fördermittel verfallen, wenn wir uns nicht einig sind !

Falsch !

Bisher ist noch kein Geld für die neue Trasse bereitgestellt, es kann also nichts verfallen. Aber selbst, wenn das Geld drücken würde, wäre es töricht, für Geld die eigene Heimat zu zerstören.
 

 
     
 


6. 
  Der Bau selbst schafft Arbeitsplätze !

Falsch !  

Der Neubau wird vergeben an leistungsfähige Betriebe, die bereits existieren und aus ihrem  Arbeitskräftereservoir schöpfen. In der  Gesamtsumme entstehen also keine zusätzlichen Arbeitsplätze, da das gesamte Aufkommen an Mitteln so oder so begrenzt ist und ausgeschöpft wird. Angesichts der heutigen Arbeitsproduktivität werden beim Straßenbau sowieso keine Arbeitskräfteheere mehr beschäftigt. Wenn es aber um die Interessen der regionalen Betriebe geht: Der Ausbau könnte  abschnittsweise auch von kleineren Betrieben bewältigt werden, die in der Region ansässig sind. 
 

 
     
 


7. 
  Der Ausbau ist nicht umweltverträglich !

Richtig !

Kein Bauwerk dieser Ordnung kann ohne Eingriff in die Natur und ohne Schäden vonstatten gehen. Aber der Ausbau ist gegenüber dem Neubau das kleinere von zwei Übeln!
 

 
     
 


8. 
  Die B 178 ist nicht ausbaufähig  (Leiter Straßenbauamt Schultze bei Beratung im Landrat)

Falsch !

Die Straße ist sehr wohl ausbaufähig. Das sieht man am Profil und an den Flächen längs der Straße. Der Anbau einer Kriechspur an der B 6 (ähnliches Profil und Bauwerk wie B 178) Nechener Berg zeigt, dass vorhandene Straßen beträchtliche Ausbaupotenzen besitzen. In Tschechien hat man die bestehende  Verbindung Decin- Liberec nach und nach zu einer Straße umgewandelt, die den Ansprüchen an eine Kraftfahrstraße nahe kommt.

Allerdings: Solange man auf bürokratische Diktionen schaut, wie das Kaninchen auf die Schlange, wird man keinen Schritt vorwärts kommen: Wer sich unnötig gebunden fühlt an die von Schultze vorgeschobenen Ausbaustandards „planfrei, anbaufrei, (eingezäunt) Kraftfahrstraße“ - das sind Standards, die für den Neubau einer Bundesstraße gelten - kann sich der attraktiven Alternative Ausbau nicht öffnen.
 

 
     
 


9.   Ohne die neue Straße ersticken wir am Verkehr!

Falsch!

Die B178 ist nicht ausgelastet. Dass sie zu Spitzenzeiten „voll“ ist, kann darüber nicht hinwegtäuschen. Auch mit einer neuen Straße würde es gelegentlich Probleme geben. Überall in Deutschland gibt es Staus, aber die B 178 muss nie im Rundfunk erwähnt werden.
 

 
     
 


10.
   Der Umbau wird zu teuer!

Falsch !

Jeder leidlich überlegende Mensch wird erkennen, dass ein Ausbau immer preiswerter sein wird, als ein Neubau (die Nordspange Zittau kostete allein 26 Mio. Mark!).  Aber noch wichtiger, ja unbezahlbar ist die Schonung von Lebensqualität, Landschaft, Natur und Ackerland. 
 

 
     
 


11.   Die Leute arbeiten in der Bürgerinitiative nur, um die eigenen Interessen zu vertreten und wollen die Belastungen einer neuen Straße lediglich an andere abschieben.

Falsch!

Die verschiedenen Initiativen wollen in erster Linie die  sehr vielen Opfer (an Landschaft, Landwirtschaft, Natur, Finanzen...), verhindern, die der unnötige Bau einer neuen Straße fordern würde.

Ihre Ziele sind durchaus moralisch hoch stehend, zumal die wenigsten mitarbeitenden Personen direkt - etwa durch Lärm - mehr als andere von der neuen Trasse betroffen wären. Andererseits ist klar, dass die Anwohner der alten B 178 auch nicht aufatmen könnten, wenn eine neue Straße gebaut würde. Denn der Verkehr hier bliebe weitgehend erhalten. Unsere Initiative will sich übrigens dafür einsetzen, dass das gesamte Verkehrssystem in der Region verbessert wird und dass die alte 178 intelligent ausgebaut wird. Dazu gehören auch Überlegungen zum Lärmschutz und zur Verbesserung der Sicherheit.

Oft wird die neue Straße mit dem Slogan „Gemeinwohl geht vor Einzelwohl“ motiviert. Hier muß man aber genauer hinschauen: Was ist Gemeinwohl?  Kann  die Zerstörung unserer einmaligen Landschaft, die Betonierung des Bodens, die Verlärmung bisher ruhiger  Ortschaften, der Verlust an wertvollen  Biotopen, kann das alles wirklich „Gemeinwohl“ sein?

Wir meinen, dass es intelligentere Lösungen zu finden gilt, wenn es darum geht, auf vernünftiger Basis prognostizierte Verkehre zwischen Löbau und Zittau zu bewältigen.
 

 
     
 


12
.   Wenn wir nicht bauen, erhalten andere Gemeinden die Mittel, manche warten schon sehr lange    auf dringend benötigte Umfahrungen (Bürgermeister von Obercunnersdorf, Huschebeck im Amtsblatt Sept. 2001) 

Eine fatale Haltung eines Kommunalpolitikers. Nur, um anderen Gemeinden dringend benötigte Gelder wegzuschnappen, sollen wir unsere Landschaft zerstören!
 

 
     
 


13.   Wir müssen die  EU - Osterweiterung mitgestalten, dazu gehört eine neue B 178.

Falsch und richtig!

Auch bei uns wird die Osterweiterung ihre positiven und negativen Folgen haben. Dies wird mit oder ohne neue B 178 geschehen. Ein so großer gesellschaftspolitischer Vorgang läßt sich nicht von  20 km Straße beschleunigen oder verlangsamen. Die regionale Bedeutung des Vorgangs ist aber unbestritten und es wird sehr auf das Geschick unserer Politiker und Unternehmer ankommen, wie er auf unsere Bevölkerung wirkt. Wenn aber die alte Straße im ausgebauten Zustand ähnliche Verkehrsleistungen erbringt, wie eine neue und dabei noch Ressourcen einspart, kann das im internationalen Wettbewerb nicht von Schaden sein. 
 

 
     
 


14.   Eine schöne neue Straße würde eine Werbung für die Oberlausitz sein

Falsch!

Niemand würde wegen einer Straße hier herkommen, sie könnte noch so schön sein. Wer seine Heimat liebt, schützt sie vor Missbrauch und Verunstaltung. Wie dürfen dieses Kleinod nicht veruntreuen.  Deshalb müssen wir unsere Landschaft erhalten, Natur bewahren, die Landwirtschaft unterstützen... Wenn wir diese Haltung in Deutschland  „rüberbringen“, werden neugierige Gäste kommen, um zu sehen, was so schützenswert ist.
 

 
     
 


15.   Es gibt keine andere Lösung für Herrnhut, deshalb muß die neue Straße sein!

Falsch!

Es gibt auch eine attraktive Alternative für Herrnhut - eine ortsnahe Umfahrung brächte viele Vorteile. Die neue Straße führt an der Stadt weit entfernt vorbei so dass kein Reisender die Stadt wahrnimmt. Der Regionalverkehr, der auch die Stadt bedient, müsste sehr stark die alte B 178 benutzen. Auch der Zubringerverkehr z. B. von Osten zur Anschlussstelle der B 178n bei Ninive würde durch Herrnhut rollen. Hingegen wäre eine ortsnahe Umgehung sehr attraktiv für Herrnhut, denn sie könnte so gestaltet werden, dass das Gewerbegebiet berührt wird und die Menschen die ausgebaute Straße direkt benutzen können.
 

 
     
 


16.   
Die neue Straße soll die B 96 entlasten, das gelingt mit der Ausbauvariante nicht!

Falsch!

Die B 96 wird, man kann das täglich beobachten, hauptsächlich vom Regionalverkehr befahren. Dieser kann so oder so nicht auf die B 178 ausweichen. Wenn der Verkehr nach Fertigstellung des Ausbaus der alten B178 von Bautzen aus bereits auf die dann leistungsfähige Straße gewiesen wird, kann der (nicht sehr große) Entlastungseffekt ebenso wie beim Neubau entstehen. Außerdem könnte man prüfen, wo und wie Verbesserungen an der Verkehrsführung der B 96 direkt möglich sind. Wenn man bei der B 178 Mittel spart, könnten sie z.B. gerade hier nutzbringend eingesetzt werden. 
 

 
     
 

Ergebnis:

Es gibt kein vernünftiges Argument, das den Neubau einer Straße zwischen Löbau und Zittau bestätigen könnte !
 

 
     
 

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